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Die Zähmung des Dompteurs - Couverture souple

Glocke, Rainer

 
9781709652950: Die Zähmung des Dompteurs

Synopsis

Der Roman ist in der Ich-Perspektive verfasst. Der Erzähler arbeitet an einem Buch über die Erlebnisse eines Mannes, den er persönlich kennen will und der ihm seine Geschichte erzählt haben soll. Dabei vergleicht er permanent sein eigenes Leben mit dem des anderen. Seine Erklärung im Prolog des Buches verdeutlicht die Situation: » Der Mann um den es hier geht sitzt mir gegenüber und erzählt seine Geschichte. Der Teil den er mir gerade erzählt wird im Buch später irgendwo in der Mitte landen. Wahrscheinlich. Es ist nicht besonders spektakulär, was er zu erzählen hat. Nicht für einen Geheimagenten oder Revolutionsführer. Ein Rock- oder Filmstar würde höchstwahrscheinlich lauthals gähnen. Auch Berufscasanovas würden nur mit der Schulter zucken, genauso wie Playboys und andere Frauenhelden. Dennoch ist seine Geschichte recht außergewöhnlich, spannend, erregend, sinnlich, wollüstig, befremdlich. Zumindest für einen Stubenhocker wie mich. Seine erotischen Erlebnisse, besonders jene mit exotischen Frauen, wecken Sehnsucht, Begierde, Versäumnisgefühle. Jedenfalls bei einem Bücherwurm wie mir. Man kann absolut nicht behaupten, dass dieser Fall von Promiskuität ein außergewöhnlicher Einzelfall wäre. Sicher gibt es jede Menge ähnlicher Beispiele, vor allem beim männlichen Geschlecht. Gleichwohl haben wir es hier mit einem Haudegen besonderer Art zu tun. Allein der mühelose, sorglose Umgang mit dem Sexuellen bringt einen in Erstaunen. Vor allem einen überzeugten Monogamen wie mich. Nicht, dass ich in meiner Jugend vollkommen keusch gewesen wäre. Die eine oder andere, beziehungsweise diese und jene, waren es schon, die ich belegen durfte. Zwei andere durfte ich berühren. Mehr aber auch nicht. Ich war viel zu gehemmt. Als dann im Alter von sechzehn meine große Liebe auftauchte war es sowieso vorbei. Wie gesagt: Monogamie. Aber hier ist nicht die Rede von mir, sondern von ihm. Obwohl auf Gegenüberstellungen nicht verzichtet werden kann und naturgemäß auch meine Vorlieben und Abneigungen zur Sprache kommen müssen. Sie werden sich fragen, wie kommt ein Mensch wie der an einen Lebemann wie den und weshalb erzählt dieser jenem seine Geschichte? Nun, wir sind gleichaltrig und Freunde und vielleicht in Wirklichkeit auch gar nicht so verschieden. Nach dem Motto: Gelegenheit macht Diebe. Vielleicht hatte er damals einfach nur mehr Gelegenheiten als ich. Es ist nämlich keineswegs so, dass besagter Kamerad auch heute noch die Eskapaden früherer Zeiten fabriziert. Nein, er ist seit Jahren glücklich verheiratet, Vater, treu, liebevoll, bescheiden, hilfsbereit. Monogam. Wie ich. Er hat Freunde, ist in Vereinen, geht angeln und einen saufen. Also ein Spießer? Vielleicht. Zügellose sexuelle Aktivität in jungen Jahren macht noch keinen Freigeist. Er bezeichnete sich während der langen Zwiegespräche selbst oft als »eine wilde Sau«, wenn ich ihn um eine Eigenbeurteilung bat. Was er war und was er heute ist sind zwei Paar Schuhe. Am Ende werden wir es wissen. Noch sind wir am Anfang und da ist es rechtschaffen, wenn ich auch erzähle wie es zu dieser Freundschaft und der Sesshaftigkeit des einstigen Vagabunden kam. Es ist schon erstaunlich wie man einen wie ihn an die Leine bekommen hat. Eines sei hier schon mal verraten: Logischerweise war eine Frau der Grund, warum er dann letztendlich ansässig wurde. Selbstredend war es nicht eine x-beliebige Frau. Es war die Frau, seine Frau, die große Liebe. Was auch sonst wäre in der Lage Berge zu versetzen? ...«

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