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Heimat ist ein Paradies - Couverture rigide

Viktor Streck

 
9783000207457: Heimat ist ein Paradies

Synopsis

Ein 17-jähriger Junge kommt in seine historische Heimat nach Deutschland. Kein gewöhnlicher Junge, sondern einer, der sich mit Vierzehn in schlaflosen Nächten in die atemberaubenden Höhen der Kantschen Ethik emporgelesen hat. sapere aude! forderte der deutsche Philosoph: Wage es, zu wissen... dich deines eigenen Verstandes zu bedienen! Wie schwer es aber in Wirklichkeit war, die schlicht klingenden Gebote des Großmeisters zu befolgen! Wie oft hat er mit ihm im Geiste gesprochen! Sogar gestritten! Der Alte behauptete vehement, daß Lügen stets unmoralisches Verhalten sei und wollte keine Ausnahmen zulassen. Nicht vor dem Freund, der im Sterben liegt, nicht vor dem Feind, der dein Verderben bereitet! Reinste Wahrheit und nichts außer Wahrheit! Hat jemand es je versucht, je gewagt, so zu leben? Nur einen einzigen Tag? Nicht einfach gestaltet sich die Begegnung mit seiner Heimat. Jeden Tag, jede Stunde fordert das Leben den Jungen heraus. Und doch versucht er, sich mit letzter Kraft an das Vermächtnis des deutschen Philosophen zu klammern.

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À propos de l'auteur

Viele meiner Freunde und Bekannten fragten mich, warum ich dieses Buch schreibe, wo doch bereits so viele Bücher erschienen sind. Dazu verdränge angeblich der Film durch seine unmittelbaren Ausdrucksformen und szenische Dichte immer mehr das geschriebene Wort. Um diese Frage zu beantworten, mußte ich auf ein Ereignis hinweisen, das in meinem Leben tiefe Spuren hinterlassen hatte. Ich kam 1963 als Sohn deutscher Eltern im noch europäischen Norden der UdSSR zur Welt und verbrachte meine Jugend in einer sibirischen Großstadt. Hier schrieb ich mit Vierzehn meinen ersten Artikel und sammelte die ersten Erfahrungen mit meinem Deutschsein. Mit Achtzehn zog ich mit der Familie in die mittelasiatische Republik Kirgisien. Wegen der Verweigerung der Mitgliedschaft im kommunistischen Jugendverband wurde ich 1981 zum Militärdienst in das allseits gefürchtete Baubataillon in der Hafenstadt Wladiwostok einberufen. Hier, am Rande der Welt mußte eine kleine Gruppe achtzehnjähriger Deutschen (darunter Mennoniten, Baptisten und jene, die in Deutschland Verwandte hatten) zusammen mit brutalen Horden der zum Teil bereits 27-jährigen Kriminellen in den verkommenen Betonwerken den sogenannten Militärdienst leisten. Diese zwei qualvollen Jahre im Fernen Osten der Sowjetunion sind für mich bis heute prägend geblieben. Nur ein einziger Gedanke hielt mich in dieser Zeit am Leben, ein einziger Wunsch: zumindest einmal im Leben meine deutsche Heimat sehen zu dürfen. Diese unüberwindliche Sehnsucht trieb mich damals zum waghalsigen Plan, mit einem kleinen Ruderboot in die neutralen Gewässer zu gelangen und in Richtung des 600 km entfernten Japan zu flüchten, in der Hoffnung, auf hoher See von einem ausländischen Schiff gerettet zu werden. In einigen Monaten, im anbrechenden Frühling des Jahres 1982 war es so weit. Die heimlich ausgeführten Vorbereitungen wurden abgeschlossen. Ich wartete nur noch nach einer passenden Gelegenheit, die Wachposten zu überlisten und mich unbe

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