Obwohl DNA-Fingerabdrücke ein sehr junger Zweig der Molekulargenetik sind, da er kaum sechs Jahre alt ist, waren seine jüngsten Auswirkungen auf Wissenschaft, Recht und Politik dramatisch. Die Anwendung des DNA-Fingerdrucks auf die forensische und juristische Medizin hat ein hohes öffentliches Profil für diese Technologie garantiert, und tatsächlich vergeht kaum eine Woche, in der die Presse ein weiteres Verbrechen berichtet, das durch Molekulargenetik erfolgreich gelöst wurde. Weniger spektakulär, aber ebenso wichtig ist, dass DNA-Typisierungsmethoden stetig in eine immer breitere Palette von Anwendungen und Forschungsfeldern verbreiten, von der Medizin bis zur Naturschutzbiologie. Bis heute wurden in Großbritannien zwei DNA-Fingerabdruck-Workshops abgehalten, einer im Jahr 1988 von Terry Burke an der University of Leicester und der zweite 1989 an der University of Nottingham, koordiniert von David Parkin. Parallel zu diesen Workshops, die einen wichtigen Schwerpunkt für Forscher darstellten, haben Bill Amos und Josephine Pemberton in Cambridge einen informellen Newsletter "Fingerprint News" ins Leben gerufen, der als Forum für DNA-Fingerdrucker eine wichtige Rolle spielt. Bis 1989 war klar, dass sich das Feld ausreichend erweitert hatte, um ein vollständiges internationales Treffen zu rechtfertigen. Als Ergebnis übernahm Gaudenz Dolf die Aufgabe, das erste, von dem, wie ich hoffe, viele sein werden, Internationales Symposium für DNA-Fingerabdrücke zu organisieren, das am 3. Oktober 1990 in Bern stattfand. Der Erfolg des Treffens kann an der bemerkenswerten Teilnahme mit 270 Delegierten aus nicht weniger als 30 Ländern beurteilt werden.
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