Das lokale Interdikt im Sinne eines temporaren Entzugs von Seelsorge und Sakramenten in einem bestimmten Gebiet (Kirche, Stadt, Diozese, Herrschaftsterritorium), nahm neben der Exkommunikation eine zentrale Rolle im kirchlichen Sanktionsarsenal ein. Vom Hochmittelalter bis ins 17. Jahrhundert gehorte der durch das Interdikt hervorgerufene spirituelle Ausnahmezustand fest zum Erfahrungshorizont des vormodernen Europaers, insbesondere der Stadtbevolkerung. Das Interdikt ist aus der liturgischen und frommigkeitspraktischen Lebenswelt Lateineuropas nicht wegzudenken. Zudem enthielt diese haufig angewandte Form der kirchlichen Strafpraxis stets ein besonderes Konfliktpotential. Ein Interdikt beschwor fur jeden einzelnen Glaubigen einen unheilvollen Gewissens- und Loyalitatstest herauf, der erwunschte (Druck auf die Obrigkeit) und unerwunschte (Haresien, religioser Eigensinn) Reaktionsszenarien provozierte. Der Band erschlieat erstmals europaisch vergleichend das analytische Potenzial des Interdikts als spezifisch vormodernes Querschnittsphanomen, das gleichermaaen kirchen-, rechts- und sozialgeschichtliche Perspektiven eroffnet.
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Etat : New. Tobias Daniels studied history, Italian and German at the Ruhr-Universitaet Bochum. In 2012, he received his PhD with a thesis on a learned jurist at the Universities of Innsbruck and Pavia, and in 2018 he completed his habilitation in Medieval History and A. N° de réf. du vendeur 459688746
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Taschenbuch. Etat : Neu. Neuware - »The Interdict in Premodern Europe«The local interdict in the sense of a temporary deprivation of pastoral care and sacramental rites within a specific territory (church, town, diocese, dominion) played, alongside excommunication, a crucial part within the arsenal of ecclesiastical sanctions. From the High Middle Ages to the 17th century, the interdict formed an integral part of how the practices of liturgy and piety were experienced in Latin Europe. Additionally, this widespread mode of ecclesiastic penal practice contained a particular potential for conflicts. Interdicts evoked an ominous test of loyalty and conscience within each and every believer which provoked desired (putting pressure upon authorities) and undesired scenarios of possible reaction (heresy, religious 'obstinacy'). This volume extrapolates the analytic potential of the interdict as a specifically pre-modern cross-sectional phenomenon in the scope of a trans-European comparison, uncovering even-handedly ecclesiastical, legal and socio-historical perspectives.; Das lokale Interdikt im Sinne eines temporären Entzugs von Seelsorge und Sakramenten in einem bestimmten Gebiet (Kirche, Stadt, Diözese, Herrschaftsterritorium), nahm neben der Exkommunikation eine zentrale Rolle im kirchlichen Sanktionsarsenal ein. Vom Hochmittelalter bis ins 17. Jahrhundert gehörte der durch das Interdikt hervorgerufene spirituelle Ausnahmezustand fest zum Erfahrungshorizont des vormodernen Europäers, insbesondere der Stadtbevölkerung. Das Interdikt ist aus der liturgischen und frömmigkeitspraktischen Lebenswelt Lateineuropas nicht wegzudenken. Zudem enthielt diese häufig angewandte Form der kirchlichen Strafpraxis stets ein besonderes Konfliktpotential. Ein Interdikt beschwor für jeden einzelnen Gläubigen einen unheilvollen Gewissens- und Loyalitätstest herauf, der erwünschte (Druck auf die Obrigkeit) und unerwünschte (Häresien, religiöser 'Eigensinn') Reaktionsszenarien provozierte. Der Band erschließt erstmals europäisch vergleichend das analytische Potenzial des Interdikts als spezifisch vormodernes Querschnittsphänomen, das gleichermaßen kirchen-, rechts- und sozialgeschichtliche Perspektiven eröffnet. N° de réf. du vendeur 9783428182213
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Taschenbuch. Etat : Neu. Das Interdikt in der europäischen Vormoderne. | Tobias Daniels (u. a.) | Taschenbuch | 552 S. | Deutsch | 2021 | Duncker & Humblot | EAN 9783428182213 | Verantwortliche Person für die EU: Duncker & Humblot GmbH, Carl-Heinrich-Becker-Weg 9, 12165 Berlin, info[at]duncker-humblot[dot]de | Anbieter: preigu. N° de réf. du vendeur 119758212
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