An einem grauen Novembertag bestellt ein Anrufer den Pfarrer der Oppenheimer Katharinenkirche in die Ruine Landskrone. Als Peter Stahl dort ankommt, findet er einen Toten: Achim Sänger, den er vor 20 Jahre konfirmiert hat, wurde erschossen. Kurze Zeit später übergibt die Witwe Lilo Sänger ihrem Jugendfreund Benno Moser, jetzt Lokalredakteur in Oppenheim, ein Dossier über ein sogenanntes Syndikat, das den beiden Freunden Peter Stahl und Benno Moser die Haare zu Berge stehen lässt: Kann es sein, dass Oppenheim ein Zentrum der Organisierten Kriminalität ist? Die Verbrechen sind sorgfältig gelistet, die Seite mit den Namen der Verantwortlichen wurde jedoch herausgerissen ... Bei ihren Nachforschungen stoßen die beiden auch auf den Immobilienmakler Litzius. Dieser besitzt Pläne, die belegen, dass sich die sagenumwobenen silbernen Apostelfiguren aus der Katharinenkirche in der Oppenheimer Unterwelt , also dem unterirdischen Gängesystem unter der Oppenheimer Altstadt, befinden.
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Drogen und Menschenhändler in Oppenheim: Der Krimi von AZ-Redakteur Ehlke spielt in der Heimat Ein Toter liegt hoch droben im alten Burggemäuer, die Arme auf eigentümliche Weise von sich gestreckt, die starren Augen himmelwärts gerichtet . Einem natürlichen Leiden ist der Bedauernswerte also ganz offensichtlich nicht erlegen. Nur wenig später hängt ein grausam Gemeuchelter blutüberströmt in einer Weide an der Oppenheimer Hafenspitze. Später erschüttern Explosionen das Labyrinth aus unterirdischen Gängen, in denen sich normalerweise Touristen auf ihre harmlose Reise in die Geschichte begeben. Schier Unglaubliches also tut sich in und vor den Mauern des alten Städtchens. Eigentlich geht es heutzutage ja beschaulich zu in Oppenheim, pflegen sich Scharmützel lediglich auf die mal mehr, mal weniger ausgefeilten verbalen Spitzen zu beschränken, mit denen sich Kommunalpolitiker beschießen. Doch gerade letztere lässt Thomas Ehlke in seinem neuen Werk so gar nicht vorkommen. Obwohl oder gar weil? diese für den Redaktionsleiter der Alzeyer Ausgabe dieser Zeitung seit vielen Jahren eine dienstlich sehr vertraute Spezies darstellen. Hier aber treiben Drogen- und Waffenschieber, Menschenhändler und Schatzsucher ihr finsteres Spiel zwischen geruhsam strömendem Rhein und sanften Rebhügeln. Krimi in der Heimat Der Tote in der Ruine ist der erste Kriminalroman von Thomas Ehlke, der sich in der Vergangenheit bereits mit mehreren Büchern über das unterirdische Oppenheimer Labyrinth, über den Roten Hang in Nierstein und die regionale Weinszene als profunder Kenner seiner rheinhessischen Heimat ausgewiesen hat. Das unauflösliche Band zur Vaterstadt und deren Umgebung zieht sich nun auch durch den jetzt druckfrisch im Leinpfad-Verlag erschienenen Krimi. Hier setzt Thomas Ehlke im spannenden und actiongeladenen Geschehen immer wieder konkret nachvollziehbare lokale Tupfer: Gerade die Leserschaft aus der Region wird ihr Vergnügen daran haben, zahllose Handlungsorte wiederzuerkennen und gemeinsam mit dem Autor in persönliche Erinnerungen zu tauchen von abenteuerlustigen Buben, die durch Wäldchen und Landskron-Ruine streunen, beim örtlichen Fußballverein gegen den Ball treten, oder, etwas älter geworden, die Tanzabende der Band Family frequentieren. Aufbrausender Winzer und junger Umweltaktivist Aus dem Vollen geschöpft hat der Vollblutjournalist Ehlke beim Personaltableau von liebenswert über skurril bis furchteinflößend reichen die Charaktere. Peter Stahl, Pfarrer der Katharinenkirche, ist ein dem Diesseits durchaus zugewandter Geistlicher. Der hochgewachsene Mann schickt sich gemeinsam mit Lokalredakteur Benno Moser trotz dessen gefüllten Arbeitstages E-Mails checken, Texte freier Mitarbeiter redigieren, Termine vereinbaren, Facebook und Twitter mit neuen regionalen Nachrichten füttern, Aufmacher samt Kommentar schreiben an, den Machenschaften eines geheimnisvollen Syndikats auf die Schliche zu kommen. Dabei ist so manche Blessur ebenso eingepreist wie der Genuss guter rheinhessischer Tropfen namentlich genannter Weingüter. Ein Gamaschen tragender Advokat mit dunklem Hintergrund, ein aufbrausender Winzer und Gutsherr, ein Spediteur mit weitreichenden Verbindungen, ein junger Umweltaktivist und undurchsichtige russische Ex-Militärs, aufrechte Ordnungskräfte und patente Frauen sind verstrickt in ein Geheimnis, das sich nicht nur um sagenumwobene silberne Apostelfiguren aus der Katharinenkirche spinnt. Aber mehr soll an dieser Stelle nicht verraten werden... AZ, 23.03.2013 - Von Beate Nietzel (Beate Nietzel, AZ Mainz)
An einem grauen Novembertag bestellt ein Anrufer den Pfarrer der Oppenheimer Katharinenkirche in die Ruine Landskrone. Als Peter Stahl dort ankommt, findet er einen Toten: Achim Sänger, den er vor 20 Jahre konfirmiert hat, wurde erschossen. Kurze Zeit später übergibt die Witwe Lilo Sänger ihrem Jugendfreund Benno Moser, jetzt Lokalredakteur in Oppenheim, ein Dossier über ein sogenanntes Syndikat, das den beiden Freunden Peter Stahl und Benno Moser die Haare zu Berge stehen lässt: Kann es sein, dass Oppenheim ein Zentrum der Organisierten Kriminalität ist? Die Verbrechen sind sorgfältig gelistet, die Seite mit den Namen der Verantwortlichen wurde jedoch herausgerissen ... Bei ihren Nachforschungen stoßen die beiden auch auf den Immobilienmakler Litzius. Dieser besitzt Pläne, die belegen, dass sich die sagenumwobenen silbernen Apostelfiguren aus der Katharinenkirche in der Oppenheimer Unterwelt , also dem unterirdischen Gängesystem unter der Oppenheimer Altstadt, befinden.
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