Die amerikanische Komikerin Julia Sweeney sagte einmal: Meine Eltern waren ein wenig enttäuscht, als ich ihnen sagte, dass ich nicht mehr an Gott glaube, aber eine Atheistin zu sein das war etwas ganz anderes. Schlimmer noch verhält es sich mit dem Wort Materialismus. Es ist ganz normal, dass wir nicht auf die Wirkung von Gebeten oder Verheißungen bauen, sondern auf die Bewegungsgesetze und die Festigkeit der Materie, wenn wir Häuser, Brücken oder einfach nur einen Tisch herstellen, und wenn wir auf die Verlässlichkeit der Materie beim Gebrauch von Handys und GPS-Berechnungen vertrauen. Aber Materialist zu sein, das geht über die Verneinung der Existenz eines Gottes. Denn der Materialist verzichtet auch auf die zahlreichen Ersatzreligionen wie Spinozismus, Kantianismus, Hegelianismus und schließlich die modernen Lehren des Geistes. Für Materialisten gibt es auch keine Metaphysik der Sitten mehr. Materialismus schöpft den Sinn des Daseins aus keinerlei übernatürlichen Kräften und Substanzen. Er ist die Anerkennung, dass es nur eine einheitliche Substanz der Welt gibt, die manche Metaphysiker Materie nennen.
Doch es ist der Name dafür nicht wichtig. Es ist die Unglaubwürdigkeit solcher Denkschulen, die die Worte eines Kochrezepts mit den Substanzen der Suppe verwechseln, die von Zeit zu Zeit einen Widerstand erzeugen, den wir als Kritischen Materialismus bezeichnen können.
Alfred Schmidt (1931-2012) hat sich als Schüler Max Horkheimers und Theodor W. Adornos ein akademisches Leben lang mit der Frage befasst, was wir unter Materialismus sinnvollerweise verstehen dürfen. Seine Studien derjenigen europäischen Denker, die als Materialisten bezichtigt wurden oder sich selbst dafür erkannten, bildeten für Schmidt die Quellen zu einem vorläufigen Begriff des Materialismus. Die Herausgeber, Klaus-Jürgen Grün und Oliver Hein, stellen diese unvollendet gebliebene Geschichte des Materialismus auch denjenigen zur Verfügung, die bereit sind, eine bessere Welt nicht aus der Überschätzung der Vernunft und den philosophischen Dogmen eines intelligenten Weltlaufs abzuleiten.
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Softcover. Etat : Fair. Verschmutzung; Leichte Gebrauchsspuren. Die amerikanische Komikerin Julia Sweeney bemerkte einmal, dass ihre Eltern enttauscht waren, als sie ihnen von ihrem Atheismus erzahlte. Ahnlich verhalt es sich mit dem Begriff ,Materialismus". Wahrend wir bei praktischen Anwendungen wie dem Bau von Hausern oder der Nutzung von Handys auf die Gesetze der Materie vertrauen, bedeutet Materialismus mehr als nur die Ablehnung Gottes. Materialisten lehnen auch Ersatzreligionen wie Spinozismus und Kantianismus ab und erkennen keine Metaphysik der Sitten an. Sie schopfen den Sinn des Daseins nicht aus ubernaturlichen Kraften, sondern erkennen eine einheitliche Substanz, die als ,Materie" bezeichnet wird. Die Skepsis gegenuber Denkschulen, die Worte und Substanzen verwechseln, fuhrt zu dem, was als Kritischer Materialismus bezeichnet werden kann. Alfred Schmidt, ein Schuler von Max Horkheimer und Theodor W. Adorno, widmete sein akademisches Leben der Frage, was unter ,Materialismus" verstanden werden kann. Seine Studien uber europaische Denker, die als Materialisten galten, bilden die Grundlage fur einen vorlaufigen Begriff des Materialismus. Die Herausgeber prasentieren diese unvollendete Geschichte des Materialismus fur jene, die eine bessere Welt nicht aus der Uberbewertung der Vernunft und philosophischen Dogmen ableiten mochten. N° de réf. du vendeur c07ee72e-d7d0-46b0-b11e-4db3e0f9af92
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