Ich bin ein D.P., eine Displaced Person !
So beginnt das Vorwort von Todor Todorovic, dem Bandleader der Bluescompany. "Jetzt bin ich hier" ist eine Textsammlung von Flüchtlingen und Migranten und erscheint zum Weltflüchtlingstag am 20.Juni 2013. Und er fährt fort ...
So wurden nach dem 2. Weltkrieg Menschen genannt, die aus verschiedensten Gründen in Deutschland gestrandet waren und unter dem Schutz des UNHCR standen.
Das waren in erster Linie Flüchtlinge aus kommunistischen Staaten, aber auch ehemalige Kriegsgefangene, Zwangsarbeiter und Soldaten, z.B. die einer polnischen Armee, die auf Seiten der Alliierten gegen Hitlerdeutschland gekämpft hatten und, genau wie alle Anderen, nicht in ihre Heimat zurückkehren konnten, weil sie von den dortigen kommunistischen Machthabern verfolgt worden wären.
Geboren 1951 lebte ich also mit Menschen aus vielen osteuropäischen Staaten zusammen in einem sog. DP-Camp in einer ehemaligen Wehrmachtskaserne in Lingen/Ems. Wir Kinder unterhielten uns übrigens problemlos in einer eigenen Mischung aus Polnisch, Russisch und Serbokroatisch. Deutsch habe ich erst später im Kindergarten und in der Schule gelernt.
In den 50er und 60er Jahren waren wir die absolute Minderheit in der deutschen Gesellschaft.
Man muss sich immer vor Augen halten: der Krieg war erst ein paar Jahre vorbei, viele unserer Lehrer und viele Väter unserer Schulfreunde waren immer noch Nazis. Schimpfwörter wie Knoblauchfresser waren an der Tagesordnung.
Auch unsere Eltern hatten es nicht leicht: sie mussten eine neue Sprache lernen und konnten häufig ihre erlernten Berufe nicht ausüben. Ich kann mich z. B. an einen (jugoslawischen Theologie-) Professor erinnern, der als Berufskraftfahrer seine Familie ernährt hat. Diese erste Flüchtlingsgeneration hat es sicherlich nicht leicht gehabt, aber ihre Kinder haben sich vollständig integriert. Sie sind zur Schule gegangen, haben Berufe gelernt, studiert, haben die deutsche Staatsbürgerschaft angenommen und unterscheiden sich von den Deutschen heute nur noch durch andere Religionszugehörigkeiten und so seltsamen Nachnamen wie Todorovic ....
Vielleicht waren es diese positiven Erfahrungen, die ich als DP hier in Deutschland gemacht habe, die mich sensibilisiert haben, als die unsäglichen Diskussionen über Wirtschaftsflüchtlinge und Slogans wie Kinder statt Inder aufkamen. Vielleicht habe ich deshalb Mitleid und große Sympathien mit Menschen, die ihre Heimat, ihre Familien, ihre gewohnte Sprache und Umgebung, die alles aufgeben, um hier in Deutschland ein besseres Leben zu suchen. Deutschland ist ein großes, ein reiches Land. Es ist nach dem 2. Weltkrieg erfolgreich wieder aufgebaut worden. Es hat Millionen von Flüchtlingen aus den ehemals deutschen Gebieten und auch aus Osteuropa erfolgreich integriert, auch die Wiedervereinigung ist eine Erfolgsgeschichte.
Wer etwas erfahren will, warum Menschen aus fremden Ländern nach Deutschland kommen und wie es ihnen hier ergeht, kann es in diesem Buch lesen.
Deswegen empfehle ich allen geneigten Lesern diese Anthologie.
Osnabrück, im März 2013-03-09 Todor Todorovic Bandleader der Bluescompany Gitarrenlehrer an der Musik und Kunstschule Dozent am Institut für Musik Träger der Osnabrücker Bürgermedaille Kulturpreisträger des Landschaftsverbandes Osnabrück Ex Displaced Person !
Les informations fournies dans la section « Synopsis » peuvent faire référence à une autre édition de ce titre.
Ich bin ein D.P., eine Displaced Person !
So beginnt das Vorwort von Todor Todorovic, dem Bandleader der Bluescompany. "Jetzt bin ich hier" ist eine Textsammlung von Flüchtlingen und Migranten und erscheint zum Weltflüchtlingstag am 20.Juni 2013. Und er fährt fort ...
So wurden nach dem 2. Weltkrieg Menschen genannt, die aus verschiedensten Gründen in Deutschland gestrandet waren und unter dem Schutz des UNHCR standen.
Das waren in erster Linie Flüchtlinge aus kommunistischen Staaten, aber auch ehemalige Kriegsgefangene, Zwangsarbeiter und Soldaten, z.B. die einer polnischen Armee, die auf Seiten der Alliierten gegen Hitlerdeutschland gekämpft hatten und, genau wie alle Anderen, nicht in ihre Heimat zurückkehren konnten, weil sie von den dortigen kommunistischen Machthabern verfolgt worden wären.
Geboren 1951 lebte ich also mit Menschen aus vielen osteuropäischen Staaten zusammen in einem sog. DP-Camp in einer ehemaligen Wehrmachtskaserne in Lingen/Ems. Wir Kinder unterhielten uns übrigens problemlos in einer eigenen Mischung aus Polnisch, Russisch und Serbokroatisch. Deutsch habe ich erst später im Kindergarten und in der Schule gelernt.
In den 50er und 60er Jahren waren wir die absolute Minderheit in der deutschen Gesellschaft.
Man muss sich immer vor Augen halten: der Krieg war erst ein paar Jahre vorbei, viele unserer Lehrer und viele Väter unserer Schulfreunde waren immer noch Nazis. Schimpfwörter wie Knoblauchfresser waren an der Tagesordnung.
Auch unsere Eltern hatten es nicht leicht: sie mussten eine neue Sprache lernen und konnten häufig ihre erlernten Berufe nicht ausüben. Ich kann mich z. B. an einen (jugoslawischen Theologie-) Professor erinnern, der als Berufskraftfahrer seine Familie ernährt hat. Diese erste Flüchtlingsgeneration hat es sicherlich nicht leicht gehabt, aber ihre Kinder haben sich vollständig integriert. Sie sind zur Schule gegangen, haben Berufe gelernt, studiert, haben die deutsche Staatsbürgerschaft angenommen und unterscheiden sich von den Deutschen heute nur noch durch andere Religionszugehörigkeiten und so seltsamen Nachnamen wie Todorovic ....
Vielleicht waren es diese positiven Erfahrungen, die ich als DP hier in Deutschland gemacht habe, die mich sensibilisiert haben, als die unsäglichen Diskussionen über Wirtschaftsflüchtlinge und Slogans wie Kinder statt Inder aufkamen. Vielleicht habe ich deshalb Mitleid und große Sympathien mit Menschen, die ihre Heimat, ihre Familien, ihre gewohnte Sprache und Umgebung, die alles aufgeben, um hier in Deutschland ein besseres Leben zu suchen. Deutschland ist ein großes, ein reiches Land. Es ist nach dem 2. Weltkrieg erfolgreich wieder aufgebaut worden. Es hat Millionen von Flüchtlingen aus den ehemals deutschen Gebieten und auch aus Osteuropa erfolgreich integriert, auch die Wiedervereinigung ist eine Erfolgsgeschichte.
Wer etwas erfahren will, warum Menschen aus fremden Ländern nach Deutschland kommen und wie es ihnen hier ergeht, kann es in diesem Buch lesen.
Deswegen empfehle ich allen geneigten Lesern diese Anthologie.
Osnabrück, im März 2013-03-09 Todor Todorovic Bandleader der Bluescompany Gitarrenlehrer an der Musik und Kunstschule Dozent am Institut für Musik Träger der Osnabrücker Bürgermedaille Kulturpreisträger des Landschaftsverbandes Osnabrück Ex Displaced Person !
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Vendeur : Berg-Berg Bücherwelt, Erfurt, Allemagne
paperback. Etat : Sehr gut. 230 Seiten; HA022012 Sprache: Deutsch Gewicht in Gramm: 500. N° de réf. du vendeur 67521
Quantité disponible : 2 disponible(s)