Weder in seiner wissenschaftlichen Arbeit noch in seiner Beziehung zu Martha (Freud, geb. Bernays) zeigte Sigmund Freud großes Interesse an den geistigen Dimensionen der Ehe. Persönlich kann man ihm das nicht vorwerfen, aber es bleibt zu bedauern, dass der Begründer der Psychoanalyse die Disziplin nie in diese Richtung gelenkt hat. Unter den vielen Aspekten der Ehe nenne ich zwei, denen Freud seine Aufmerksamkeit hätte widmen können: Was zeichnet die Menschen aus, in die wir uns verlieben ('Objektwahl'), und wie funktioniert Eifersucht ('normale Eifersucht', wie er es nennt)? Trotz seiner soliden humanistischen Ausbildung kommt es Freud nicht in den Sinn, auf das Denken von Platon, Aristoteles und den Stoikern zu solchen Fragen aufzubauen. Ebenso enttäuschend ist seine Loslösung von den zeitgenössischen Bewegungen in Kunst und Literatur sowie der Revolution in sexuellen Beziehungen, die sich um ihn herum vollzog. Viel hätte er von seinem jüngeren Wiener Zeitgenossen Robert Musil lernen können.
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Taschenbuch. Etat : Neu. Neuware -Weder in seiner wissenschaftlichen Arbeit noch in seiner Beziehung zu Martha (Freud, geb. Bernays) zeigte Sigmund Freud großes Interesse an den geistigen Dimensionen der Ehe. Persönlich kann man ihm das nicht vorwerfen, aber es bleibt zu bedauern, dass der Begründer der Psychoanalyse die Disziplin nie in diese Richtung gelenkt hat. Unter den vielen Aspekten der Ehe nenne ich zwei, denen Freud seine Aufmerksamkeit hätte widmen können: Was zeichnet die Menschen aus, in die wir uns verlieben ('Objektwahl'), und wie funktioniert Eifersucht ('normale Eifersucht', wie er es nennt) Trotz seiner soliden humanistischen Ausbildung kommt es Freud nicht in den Sinn, auf das Denken von Platon, Aristoteles und den Stoikern zu solchen Fragen aufzubauen. Ebenso enttäuschend ist seine Loslösung von den zeitgenössischen Bewegungen in Kunst und Literatur sowie der Revolution in sexuellen Beziehungen, die sich um ihn herum vollzog. Viel hätte er von seinem jüngeren Wiener Zeitgenossen Robert Musil lernen können. 91 pp. Deutsch. N° de réf. du vendeur 9783985141333
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Taschenbuch. Etat : Neu. Neuware -Weder in seiner wissenschaftlichen Arbeit noch in seiner Beziehung zu Martha (Freud, geb. Bernays) zeigte Sigmund Freud großes Interesse an den geistigen Dimensionen der Ehe. Persönlich kann man ihm das nicht vorwerfen, aber es bleibt zu bedauern, dass der Begründer der Psychoanalyse die Disziplin nie in diese Richtung gelenkt hat. Unter den vielen Aspekten der Ehe nenne ich zwei, denen Freud seine Aufmerksamkeit hätte widmen können: Was zeichnet die Menschen aus, in die wir uns verlieben ('Objektwahl'), und wie funktioniert Eifersucht ('normale Eifersucht', wie er es nennt) Trotz seiner soliden humanistischen Ausbildung kommt es Freud nicht in den Sinn, auf das Denken von Platon, Aristoteles und den Stoikern zu solchen Fragen aufzubauen. Ebenso enttäuschend ist seine Loslösung von den zeitgenössischen Bewegungen in Kunst und Literatur sowie der Revolution in sexuellen Beziehungen, die sich um ihn herum vollzog. Viel hätte er von seinem jüngeren Wiener Zeitgenossen Robert Musil lernen können. N° de réf. du vendeur 9783985141333
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