In diesem Messingkäfig wirkt die Welt außerhalb der Gitter wie ein verzerrtes Gemälde. Ich stehe hier auf der rauen Holzstange und betrachte die Welt hinter diesen geraden, gnadenlosen Linien. Es sind nicht nur Gitter; es sind Grenzen, die der „Riese“ zieht, der unseren Raum mit dem Geruch von Papier und Maschinen füllt.
Ich nenne diesen Ort nicht „Büro“, wie sie es tun, sondern die „Höhle der Glaswände“. In einer Ecke, weit entfernt vom Fenster, wohin das Licht nur schwach dringt, sitze ich mit meiner grauen Gefährtin. Wir bewegen unsere Flügel nur, um den Staub der Stille aus unserem Gefieder zu schütteln. Ich hebe meinen Flügel, richte ihn mit Würde und zucke dann scharf – eine instinktive Bewegung, die mir sagt, dass mein Körper noch immer weiß, wie er die Luft durchschneiden muss, auch wenn mein Gedächtnis unter der Last dieses gewundenen Messings zu verblassen beginnt.
Kapitel 1: Das Gefängnis der Stille
Der Riese namens „Friedrich“ bewegt sich umher, als würde er die Erde mit seinen schweren Füßen abwischen. Er sieht uns nicht an; er „analysiert“ uns. Er steht hinter seinem massiven Schreibtisch aus Holz und schlägt mit einem Metallstift auf dessen Oberfläche, was ein scharfes, metallisches Geräusch erzeugt, das in meinen Ohren widerhallt wie ein Stich in meinen Frieden. Er hält sich für den Herrn dieses Ortes, den Herrn dieses Systems, das er „Gleichgewicht“ nennt.
Ich hörte seine Stimme im Raum widerhallen, ein trockener Ton ohne Puls: „Beobachte, Helga. Ein erstaunliches biologisches System, das weder irrt noch improvisiert. Sie funktionieren nach präzisen Reizen; geben wir ihnen Futter, stabilisieren sie sich. Stellen wir Wärme bereit, bleibt der Zustand konstant. Das ist Perfektion, Helga. Diese Vögel sind die lebendige Verkörperung des Sieges der Ordnung über den Zufall.“
Helga... ihre Stimme war in der entfernten Ecke, nahe dem Fenster, das wir nur schwer sehen können. Sie ist nicht wie er; sie schlägt nicht auf Tische und misst die Welt nicht mit einem Lineal. Ihre Stimme floss durch die Luft wie ein Gebet zu etwas Unbekanntem, etwas, das weiter reicht als dieser Raum: „Du nennst es ein System, Friedrich, und ich nenne es ein Grab für ihr Wesen. Du siehst sie als Maschinen, während sie die Erinnerung an den Himmel in ihren Adern tragen. Siehst du nicht, wie sie in Stille sitzen? Es ist ein Protest, Friedrich, ein Protest, der über deine Gleichungen hinausgeht; es ist die Stille von Wesen, die auf ihren wahren Ruf warten.“
Ich zog mein Gefieder enger zusammen und schloss die Augen halb. Helga versteht, aber sie hält keine Schlüssel zu diesem Gefängnis. Friedrich, dieser materialistische Riese, sieht nur Materie unter einem Mikroskop. Er sieht „Ergebnisse“, und wir sehen einen verlorenen „Horizont“. Ich stieß einen leisen, schwachen Laut aus, nicht damit Friedrich ihn hört, sondern damit Helga weiß, dass wir hier sind, beobachten, warten und dass wir nicht bloß Materie sind, die in einer fernen Ecke sitzt.
Les informations fournies dans la section « Synopsis » peuvent faire référence à une autre édition de ce titre.
Vendeur : Grand Eagle Retail, Bensenville, IL, Etats-Unis
Paperback. Etat : new. Paperback. In diesem Messingkaefig wirkt die Welt ausserhalb der Gitter wie ein verzerrtes Gemaelde. Ich stehe hier auf der rauen Holzstange und betrachte die Welt hinter diesen geraden, gnadenlosen Linien. Es sind nicht nur Gitter; es sind Grenzen, die der "Riese" zieht, der unseren Raum mit dem Geruch von Papier und Maschinen fuellt.Ich nenne diesen Ort nicht "Buero", wie sie es tun, sondern die "Hoehle der Glaswaende". In einer Ecke, weit entfernt vom Fenster, wohin das Licht nur schwach dringt, sitze ich mit meiner grauen Gefaehrtin. Wir bewegen unsere Fluegel nur, um den Staub der Stille aus unserem Gefieder zu schuetteln. Ich hebe meinen Fluegel, richte ihn mit Wuerde und zucke dann scharf - eine instinktive Bewegung, die mir sagt, dass mein Koerper noch immer weiss, wie er die Luft durchschneiden muss, auch wenn mein Gedaechtnis unter der Last dieses gewundenen Messings zu verblassen beginnt.Kapitel 1: Das Gefaengnis der StilleDer Riese namens "Friedrich" bewegt sich umher, als wuerde er die Erde mit seinen schweren Fuessen abwischen. Er sieht uns nicht an; er "analysiert" uns. Er steht hinter seinem massiven Schreibtisch aus Holz und schlaegt mit einem Metallstift auf dessen Oberflaeche, was ein scharfes, metallisches Geraeusch erzeugt, das in meinen Ohren widerhallt wie ein Stich in meinen Frieden. Er haelt sich fuer den Herrn dieses Ortes, den Herrn dieses Systems, das er "Gleichgewicht" nennt.Ich hoerte seine Stimme im Raum widerhallen, ein trockener Ton ohne Puls: "Beobachte, Helga. Ein erstaunliches biologisches System, das weder irrt noch improvisiert. Sie funktionieren nach praezisen Reizen; geben wir ihnen Futter, stabilisieren sie sich. Stellen wir Waerme bereit, bleibt der Zustand konstant. Das ist Perfektion, Helga. Diese Voegel sind die lebendige Verkoerperung des Sieges der Ordnung ueber den Zufall."Helga. ihre Stimme war in der entfernten Ecke, nahe dem Fenster, das wir nur schwer sehen koennen. Sie ist nicht wie er; sie schlaegt nicht auf Tische und misst die Welt nicht mit einem Lineal. Ihre Stimme floss durch die Luft wie ein Gebet zu etwas Unbekanntem, etwas, das weiter reicht als dieser Raum: "Du nennst es ein System, Friedrich, und ich nenne es ein Grab fuer ihr Wesen. Du siehst sie als Maschinen, waehrend sie die Erinnerung an den Himmel in ihren Adern tragen. Siehst du nicht, wie sie in Stille sitzen? Es ist ein Protest, Friedrich, ein Protest, der ueber deine Gleichungen hinausgeht; es ist die Stille von Wesen, die auf ihren wahren Ruf warten."Ich zog mein Gefieder enger zusammen und schloss die Augen halb. Helga versteht, aber sie haelt keine Schluessel zu diesem Gefaengnis. Friedrich, dieser materialistische Riese, sieht nur Materie unter einem Mikroskop. Er sieht "Ergebnisse", und wir sehen einen verlorenen "Horizont". Ich stiess einen leisen, schwachen Laut aus, nicht damit Friedrich ihn hoert, sondern damit Helga weiss, dass wir hier sind, beobachten, warten und dass wir nicht bloss Materie sind, die in einer fernen Ecke sitzt. This item is printed on demand. Shipping may be from multiple locations in the US or from the UK, depending on stock availability. N° de réf. du vendeur 9798180639165
Quantité disponible : 1 disponible(s)
Vendeur : California Books, Miami, FL, Etats-Unis
Etat : New. Print on Demand. N° de réf. du vendeur I-9798180639165
Quantité disponible : Plus de 20 disponibles
Vendeur : CitiRetail, Stevenage, Royaume-Uni
Paperback. Etat : new. Paperback. In diesem Messingkaefig wirkt die Welt ausserhalb der Gitter wie ein verzerrtes Gemaelde. Ich stehe hier auf der rauen Holzstange und betrachte die Welt hinter diesen geraden, gnadenlosen Linien. Es sind nicht nur Gitter; es sind Grenzen, die der "Riese" zieht, der unseren Raum mit dem Geruch von Papier und Maschinen fuellt.Ich nenne diesen Ort nicht "Buero", wie sie es tun, sondern die "Hoehle der Glaswaende". In einer Ecke, weit entfernt vom Fenster, wohin das Licht nur schwach dringt, sitze ich mit meiner grauen Gefaehrtin. Wir bewegen unsere Fluegel nur, um den Staub der Stille aus unserem Gefieder zu schuetteln. Ich hebe meinen Fluegel, richte ihn mit Wuerde und zucke dann scharf - eine instinktive Bewegung, die mir sagt, dass mein Koerper noch immer weiss, wie er die Luft durchschneiden muss, auch wenn mein Gedaechtnis unter der Last dieses gewundenen Messings zu verblassen beginnt.Kapitel 1: Das Gefaengnis der StilleDer Riese namens "Friedrich" bewegt sich umher, als wuerde er die Erde mit seinen schweren Fuessen abwischen. Er sieht uns nicht an; er "analysiert" uns. Er steht hinter seinem massiven Schreibtisch aus Holz und schlaegt mit einem Metallstift auf dessen Oberflaeche, was ein scharfes, metallisches Geraeusch erzeugt, das in meinen Ohren widerhallt wie ein Stich in meinen Frieden. Er haelt sich fuer den Herrn dieses Ortes, den Herrn dieses Systems, das er "Gleichgewicht" nennt.Ich hoerte seine Stimme im Raum widerhallen, ein trockener Ton ohne Puls: "Beobachte, Helga. Ein erstaunliches biologisches System, das weder irrt noch improvisiert. Sie funktionieren nach praezisen Reizen; geben wir ihnen Futter, stabilisieren sie sich. Stellen wir Waerme bereit, bleibt der Zustand konstant. Das ist Perfektion, Helga. Diese Voegel sind die lebendige Verkoerperung des Sieges der Ordnung ueber den Zufall."Helga. ihre Stimme war in der entfernten Ecke, nahe dem Fenster, das wir nur schwer sehen koennen. Sie ist nicht wie er; sie schlaegt nicht auf Tische und misst die Welt nicht mit einem Lineal. Ihre Stimme floss durch die Luft wie ein Gebet zu etwas Unbekanntem, etwas, das weiter reicht als dieser Raum: "Du nennst es ein System, Friedrich, und ich nenne es ein Grab fuer ihr Wesen. Du siehst sie als Maschinen, waehrend sie die Erinnerung an den Himmel in ihren Adern tragen. Siehst du nicht, wie sie in Stille sitzen? Es ist ein Protest, Friedrich, ein Protest, der ueber deine Gleichungen hinausgeht; es ist die Stille von Wesen, die auf ihren wahren Ruf warten."Ich zog mein Gefieder enger zusammen und schloss die Augen halb. Helga versteht, aber sie haelt keine Schluessel zu diesem Gefaengnis. Friedrich, dieser materialistische Riese, sieht nur Materie unter einem Mikroskop. Er sieht "Ergebnisse", und wir sehen einen verlorenen "Horizont". Ich stiess einen leisen, schwachen Laut aus, nicht damit Friedrich ihn hoert, sondern damit Helga weiss, dass wir hier sind, beobachten, warten und dass wir nicht bloss Materie sind, die in einer fernen Ecke sitzt. This item is printed on demand. Shipping may be from our UK warehouse or from our Australian or US warehouses, depending on stock availability. N° de réf. du vendeur 9798180639165
Quantité disponible : 1 disponible(s)