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Fair Harbor - Couverture souple

Schmidt, Karla

 
9798560695576: Fair Harbor

Synopsis

Wer die Millionen Deutsche und andere Mitteleuropäer waren, die in die USA zwischen 1880 und 1914 eingewandert sind, hat das amerikanische Volk jener Tage eigentlich nicht interessiert. Die Immigranten sollten ein „Was“ und kein „Wer“ sein. Sie sollten sich schnellstmöglich in die Arbeitsprozesse integrieren und sonst unauffällig sein. Oft ist dieses aktive Desinteresse bis heute lebendig, was die Nachkommen dieser Einwanderer mit so wenig Ahnung über ihre eigene Herkunft lässt, dass sie selbst zu den fremdenfeindlichsten Gruppen der Gegenwart gehören. Der überaus große Assimilationsdruck führte zum Verlust der Erfahrung ihrer Großeltern – was heute eine bedeutsame und hilfreiche Erinnerung wäre, wenn es diese Erinnerung noch gäbe. Die Geschichte, die hier erzählt wird, basiert auf tatsächlichen Erfahrungen von deutschen Immigranten, auch wenn Johanna und Franz Dorfmoeller im Wesentlichen fiktionale Figuren sind. Die Immigranten, die in die historische Gemengelage der USA in der Zeit zwischen 1913 und 1925 eintraten, wurden mit den Problemen dieser Zeit konfrontiert und mussten sich angemessen zu dieser neuen Welt verhalten. Aus dieser Begegnung wird unsere Welt, wie wir sie vorgefunden haben. Die kurzen Kommentare ihrer Enkelin Caitlyn verbindet ihre Geschichte mit unserer. Die Erzählung soll diesen Figuren etwas geben, was sie kaum je erlangten: eine eigene Stimme in ihrer Welt. Die meisten deutschen und mitteleuropäischen Immigranten lernten funktionales Englisch nach vielen Jahren, konnten sich aber in der Sprache ihres neuen Landes nie richtig persönlich ausdrücken. Um diesen Ausdruck zu ermöglichen, wurden in der Originalausgabe mögliche deutsche Dialoge in passende englischsprachige Unterhaltungen verwandelt. Auf diese Weise wurde Fiktion benutzt, um den Immigranten des frühen 20. Jahrhunderts eine Stimme zu geben, die sie in der englischsprachigen amerikanischen Öffentlichkeit nie hatten. Das Ergebnis ist eine Innenansicht von Menschen, die den Vorfahren der Hoovers, der Eisenhowers oder sogar der Trumps waren – Menschen, die aus Deutschland kamen und sich sehr schnell „amerikanisierten“, assimilierten bis zur Unkenntlichkeit – bis hin zu der Schreibweise ihres Namens. Franz und Johanna sind als Prototypen gedacht, die für die ca. 20 Millionen europäischen Immigranten stehen sollen, die in die Vereinigten Staaten zwischen 1880 und 1920 eingewandert sind. Dieser Roman ist ihnen und ihren Familien gewidmet.

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