Ein US-Expeditionsteam, bestehend aus dem Geowissenschaftler Dr. Schönewald, dem Strahlenphysiker Dr. Ross sowie dem Hubschrauberpiloten Jim Bourdin, seinem Co-Piloten Peter Marquardt und der Biologiestudentin Kathy, sichtet bei einem Erkundungsflug in der Nähe des Unzugänglichkeitspoles (Ostantarktis) ein vor zirka über 100 Jahren angelegtes Camp und treffen dort auf einen sonderbaren Einsiedler — den ersten auf dem antarktischen Kontinent geborenen Menschen. Der bärenstarke ‘Polarwolf’ — er verkörpert die rohe, überlegene Naturgewalt — empfindet das Team als Eindringlinge in die bislang unberührte südpolare Welt und vernichtet ihren gelandeten Hubschrauber. Notdürftig ausgerüstet, versuchen die Menschen, einen Schlitten mit sich ziehend, eine sowjetische Forschungsstation zu erreichen. Sie werden ständig von dem unheimlichen Fremdling umlauert, der ihnen in der Ferne folgt und offenbar auf ihr rasches Ende wartet. Der harte antarktische Winter setzt ein. Die meisten Menschen haben die Antarktis rechtzeitig verlassen, nur wenige Überwinterer harren dort bei eisiger Kälte noch aus. Sie geraten in einen urgewaltigen Schneesturm. Der beschwerliche Marsch durch die ‚weiße Wildnis‘ fordert seinen Tribut: Bourdin verunglückt tödlich, Dr. Ross fällt dem Wahnsinn anheim und erfriert, Dr. Schönewald stürzt bei einer Auseinandersetzung mit dem ‘Polarwolf’ in eine Eisspalte und kann nicht gerettet werden. Marquardt und Kathy, die eine Zuneigung für einander empfinden, müssen sich dem ‘Polarwolf’ gegenüber verpfänden, der Leichenfledderei als nichts Unmoralisches ansieht, um einen befristeten Fortbestand ihres Lebens zu sichern, solange die Vorräte reichen. Sie werden von diesem in eine verlassene Polstation gebracht. Diese war nach allen erdenklichen Gesichtspunkten modernster Technik errichtet worden, wurde aber aufgegeben, da sich unter ihr eine Eisspalte auftat. Eine Verbindung zur Außenwelt kann auch hier nicht hergestellt werden. Die letzten Notvorräte gehen zur Neige. Das Beisammensein der drei Menschen wird durch den ständigen Kampf ums nackte Leben bestimmt. Zudem läßt der ‘Polarwolf’ den Leidensgefährten wiederholt seine Verachtung gegenüber der zivilisierten, den 6. Kontinent ausplündern wollende Menschheit spüren, um sich an ihrem Martyrium zu delektieren. Die Station rutscht durch weiteres Aufklaffen der Eisspalte unaufhaltsam in die Tiefe. Mittels Kerosin aus Lagerbeständen des ehemalig Flugzeughangars geht letztlich die Station in ein Flammenmeer auf. Das Feuer vertreibt den ‘Polarwolf’. Marquardt und seine Begleiterin hoffen, daß das Fanal von anderen Polstationen registriert wird — ihre letzte Chance auf Rettung. Ob beide Zurückgebliebenen überleben, bleibt offen. Der den Weltmächten unbequeme ‘Polarwolf’ wird in einer geheimen multilateralen Militärmission aufgepürt und von einer mit Kampf-hubschrauben ausgerüsteten Spezialeinheit eliminiert, ohne das die übrige Welt etwas davon erfahren darf. Mit der Veröffentlichung des Buches geistert der ‘Polarwolf’ aber fortan als antarktische Symbolfigur über den sechsten Kontinent. Der Autor schuf mit ihm eine außergewöhnliche Gestalt, welche eine nach Profit gierende Menschheit aufschreckt, die in die Weltliteratur eingehen dürfte, sobald diese Romanerzählung die nötige Verbreitung finden wird.
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