Mathilde Freud - Couverture souple

 
9783746621449: Mathilde Freud

Revue de presse

Anlässlich des 150. Geburtstags von Sigmund Freud, dem Begründer der Psychoanalyse, gab es zahlreiche Neuerscheinungen, die auf ihn und seine Familie eingehen, viele davon aus der Feder weiblicher Autoren. Neben Familienbiografien, Analysen seiner Beziehung zu Frauen, Fotobänden, Brielwechseln, kulturhistorisch-biografischen Studien wurde von weiblichen Familienmitgliedern Verfasstes erstmals oder neu aufgelegt - dazu ergänzend lohnt ein Blick auf Buchveröffentlichungen, die schon einige Jahre zurückliegen. Auf Beiträge wie zu Freuds Weiblichkeits-Theorie wird an dieser Stelle nicht eingegangen und an seine im Wissenschaftsbereich bekannten jüngsten Tochter Anna wird hinweisend gedacht. An der Person Sigmund Freuds, seinen Ansichten scheiden sich auch innerhalb der Familie die Geister. Beispielsweise verehrt er seine Mutter Amalia, aus Ostgalizien stammend und von allen wegen ihrer Schönheit gerühmt, zeitlebens, ist von ihrer »Vitalität und Ungeduld« wie von ihrem »Lebenshunger« und ihrer »Scharfsinnigkeit« beeindruckt und legt bei ihr eine sonst für ihn untypische Scheu an den Tag. Seine Enkelkinder hingegen zeichnen ein weniger schmeichelhaftes Bild von ihr: zu häufigen Gefühlsausbrüchen neigend, launisch, schrill, herrschsüchtig, tyrannisch und die Söhne bevorzugend. Ist das Urteil der Familienmitglieder über seine Mutter eher gegensätzlicher Natur, so stimmen die Beschreibungen über seine Frau Martha, geborene Bernays, weitgehend überein: streng, aber fair. In meine Martha, aus einer angesehenen Hamburger Rabbiner- und Gelehrtenfamilie kommend und jüdisch-orthodox aufgewachsen, findet er »seinen liebsten Besitz«, eine treue, tatkräftige, auch selbstbewusste und hübsche Frau: »Sie erdet das Leben ihres intellektuellen Mannes, ... ist stets in der Lage, ihm ein Gefühl des Gesichert- und Geborgenseins zu vermitteln« - aber die Durchsetzungsfähigkeit seiner Mutter sollte sie nie erreichen: Ein gelungenes positives Denkmal setzt ihm seine 1888 in Wien geborene Nichte Elisabeth (Lilly) Freud, spätere Freud-Marle, die Tochter seiner Schwester Maria. Die in Berlin aufgewachsene Lilly gibt 1911 ihr Debut als Schauspielerin, heiratet 1917 den Schauspieler Arnold Marle, 1919 Geburt von Sohn Omri. Zwei Jahre später erfährt sie nach ihrem ersten großen Bühnenerfolg einen schweren Schicksalsschlag, als ihr Sohn Benjamin tot zur Welt kommt. Umjubelte Auftritte feiert sie als Rezitatorin u.a. mit Rabindranath Tagore, dessen Dichtung sie einem europäischen Publikum nahezubringen versucht. Nach dem tragischen Freitod ihrer Schwester Tom 1930 nimmt Lilly ihre Nichte Angela als Adoptivkind an. 1933 verlässt die Familie deutschen Boden und emigriert nach Prag, während ihre Mutter nach Wien zu ihren drei Schwestern zurückkehrt. Sie bleiben nach dem »Anschluss« Österreichs, was für ihr erschütterndes Schicksal ausschlaggebend sein sollte. 1942 werden die Schwestern nach Theresienstadt deportiert, wo Adolfine den Tod findet: Lillys Mutter Maria und ihre Tanten Rosa und Paula werden nach Treblinka gebracht Und dort ermordet. Nur Sigmund Freuds älteste Schwester Anna überlebt. Sie war bereits 1892 mit ihrem Mann Eli Bernays und dem Sohn Edward in die USA ausgewandert. Bei der immer bedrohlicheren Lage in Prag beschließen Lilly und Arnold nach London zu flüchten, wo sich bereits der größte Teil der Freud-Familie befindet: ihr Onkel Sigmund und ihre Tante Martha. ihre Cousinen Anna und Mathilde, ihr Cousin Martin mit seinem Sohn Anton Walter und ihr eigener Sohn Omri. Dort schreibt sie zwischen 1944 und 1947 ... (Zwischenwelt. Zeitschr. f. Kultur d. Exils u. d. Widerstands 23 Jg. Nr. 2/3)

Présentation de l'éditeur

Ein Kapitel der Freudschen Familiensaga

Mathilde Freud (1887-1978) schrieb zwischen 1903 und 1910 etwa 60 Briefe an den Münchner Arztsohn Eugen Pachmayr. Die erstmals veröffentlichten Briefe geben Einblick in die Erlebniswelt eines jungen Mädchens aus dem jüdischen Bildungsbürgertum Anfang des 20. Jahrhunderts. Ihr weiterer Lebens-weg führte sie durch Krankheiten, familiäre Schicksalsschläge und wirtschaftliche Krisen in die beru?iche Selbständigkeit. 1933 verließ sie Wien in Richtung London, wo sie bis 1964 das Modegeschäft "Robell" leitete.

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9783898062053: Mathilde Freud

Edition présentée

ISBN 10 :  3898062058 ISBN 13 :  9783898062053
Editeur : Psychosozial-Verlag
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